Regina Kurbelwellen

Aus Horex-Bote 2/94 Seite 4-11; Curt Hahnenstein, Siegfried Klinger

Durch die Vielfalt der verschiedenen Regina Typen existiert auch eine Vielfalt bei den Kurbelwellen. Durch die verschiedenartigen Lagerungen und Ausführungen der Kurbelwellen ist einiges an Unterschieden beim Zusammenbau (Lagerung) der verschiedenen Reginamotoren zu beachten. In unseren Skizzen wird schematisch die Reihenfolge von Lager, Scheibe, Wellendichtring und anderen Kleinteilen auf den Kurbelzapfen verdeutlicht. Auch lässt sich erkennen in welcher Richtung die Wellendichtringe einzubauen sind. Sofern an einer Kurbelwelle ein Axialausgleich vorzunehmen ist, wurde die Stelle bezeichnet. Für einige Typen gibt es verschiedene Lagerungen, die auch unterschiedlich zu behandeln sind, auch dies wird angesprochen. Verschiedentlich werden wir auf Artikel aus älteren Horex-Boten hinweisen, dort lässt sich einiges zu verstärkter Lagerung und einfacherem Axialausgleich erfahren. Unser Dank geht an Curt Hahnenstein (Siehe HB 2/92) der zu Lebzeiten die wesentlichen Informationen zu diesen Skizzen lieferte.

Regina 0, Regina 250 S1M, Regina 1, SB35 und Victoria Pionier

Diese verschraubte Gusseisenkurbelwelle wird rechts durch ein 6304 Kugellager gehalten. Nach links kann sich die Kurbelwelle in den "Müller - Lagern" frei ausdehnen. Der linke Kurbelzapfen läuft direkt auf den Rollen der Müllerlager und hat eine feine Verzahnung zu den zwei möglichen Kettenrädern (simplex oder duplex). Der Zapfen ist ca. 135 mm lang. Zapfen und Müllerlager müssen zueinander passen. Es ist keine Axialluft-Einstellung notwendig. Von dieser Kurbelwelle sind auch einige in Stahl ausgeführte "Hoeckle - Wellen" im Umlauf. Das Kugellager 6304 kann, und dies ist eine Verbesserung, durch ein Rollenlager NUP304 ausgetauscht werden. Wurde dieser Austausch als Reparatur ohne Zerlegen des Motors vorgenommen, so muss - und das ist wichtig - die Abschlussscheibe des NUP304 Lagers durch Feder E1MB32 und Scheibe E1MBS0 am Lagerinnenring fixiert werden. Die zwei Seegerringe, welche das Lager 6304 oder NUP304 am Außenring fixieren, müssen auf jeden Fall vorhanden sein, da dieses Lager die Kurbelwelle axial führt. Wenn der kurbelwellenseitige Seegerring *1 (E1MB52-a) fehlt, gilt Folgendes: Bei den 250er Reginas alte Ausführung (Flachtank Schweiz S1M) ist dieser innere Seegerring nicht eingebaut. Das hängt mit dem kürzeren Hub der 250er zusammen. Die Hubzapfenmuttern waren bei diesem Motor an der Sechskantseite konisch abgedreht, so dass sie nicht mit dem Motorgehäuse kollidierten, und das ist genau an der Stelle, wo der bewusste Segerring sitzt. Es kommt aber auch vor, dass beim Herausdrücken der Kurbelwelle aus dem Kugellager 6304, der innere Seegerring aus dem Motorgehäuse bricht, da sich das Kugellager über diesen Seegerring beim Demontieren am Gehaeuse abstützt. In all diesen Fällen ist der innere Seegerring nicht mehr vorhanden, und es kommt zwingend der Umbau "Hahnenstein" zum tragen.

Umbau Hahnenstein

Diese Lagerung stellt die beste Lagerung der alten Reginakurbelwelle dar. Die Kurbelwelle muss nach diesem Umbau mit einem Axialspiel von 6/100 mm bis 1/10 mm ausgeglichen werden. Der Ausgleich kann an den mit *2 markierten Stellen durch Beilegen von geschliffenen Passscheiben erfolgen. Rechts wird auf jeden Fall das NUP304 Rollenlager eingebaut. Auf die Abschlussscheibe des Lagers die Feder E1MB32 und die Scheibe E1MB50 kann man verzichten, denn sie stören nur etwas beim axialen Ausgleich. Der innere Seegerring ist egal, er kann fehlen oder da sein. Doch ein unter den Horex-Nummern 02127200 und 02127300 geführtes axiales Gleitdrucklager muss links zwischen Müllerlager und Kurbelwange eingebaut werden. Das sind im Prinzip 2 zwei Scheiben wie in der Skizze zu sehen. Die Reihenfolge des Einbaus dieser Scheiben geht auch aus der Skizze hervor. Die Kurbelwelle läuft nun, seitlich mit Spiel fixiert, frei zwischen NUP304 und Gleitdrucklager, ähnlich den Rundgehäuse Kurbelwellen. Weitere Details zu diesen Motoren sind der Skizze zu entnehmen.

Umbau Hahnenstein für E1M
Umbau Hahnenstein für E1M Motoren und SB35 mit geschraubter Kurbelwelle

Regina 03, spitz, kein Kugellager im Deckel

Die erste Ausführung der neuen Regina 03 Motoren hatten links einen grobverzahnten Kurbelzapfen Teilenummer 03121100, so das man das Primärkettenrad Teilenummer 03242900 ohne große Umstände von der Kurbelwelle nehmen kann. Dieser Zapfen hat eine Länge von ca. 135 mm. Diese Motoren entlüften entweder über ein gekapseltes Flatterventil und eine eingegossene Leitung zu einer Öffnung unterhalb des Motors oder - und das ist das Beste - über einen Haubenentlüfter. Siehe HB 2/92 S. 3 1. Die Kurbelwelle ist nun eine verpresste Stahlwelle. Details siehe Skizze.

Regina 03 Spitz
Regina 03 Spitzmotor mit grobverzahntem Primärritzel

Regina 03 spitz, breit

Dieser Motor, genau genommen der Primärdecke,l ist ca. 1 cm breiter als die zuvor beschriebenen Motoren. Siehe HB 2/92 S.31. Das Motorgehäuse ist identisch mit der vorher beschriebenen älteren Ausführung 03, nur der Primärkettenkastendeckel Teilenummer 03220202 ist unterschiedlich zur älteren Ausführung Teilenummer 03220200. Der linke Kurbelzapfen ist 142 mm lang und ist in der Regel der gleiche wie in den Rundgehäuse Motoren Teilenummer 03121101. Will 'sagen, das Primärkettenrad sitzt mit einem Konus auf dem Zapfen. Dieses Rad ohne Zerstörungen abzubekommen ist nicht immer möglich und so mancher wünscht sich die ältere grobverzahnte Ausführung dieses Zapfens. Und diese grobverzahnte Ausführung 142 mm lang mag es in wenigen Ausführungen auch gegeben haben, doch eine sichere Erkenntnis hierzu gibt es nicht (z.B. Eigenbau ist möglich). Da die Entlüftung die gleiche wie beim 03 Motor ohne Kugellager im Kettenkasten ist, muss bei Verwendung des Kurbelzapfens und des Primärkettenrades der Rundgehäuse-Motoren deren Entlüftungsbohrungen geschlossen werden oder sein. Aus diesem Grund gibt es zwei in Wirklichkeit aber drei verschiedene Arten von Primärkettenräder: Einmal ohne Entlüftungsbohrungen Teilenummer 03242901, das sind die richtigen für diesen Motor-Typ. Verwende niemals ein solches Kettenrad in einem Drehschieber entlüfteten Rundgehäusemotor, der hätte dann keine Entlüftung mehr und wäre nur noch mit einem Haubenentlüfter zu retten, aber das ist ja sowieso die bessere Entlüftung. Die zwei anderen Kettenräder beschreiben wir bei den Rundgehäuse Motoren. Will man Kettenräder mit Entlüftungsbohrung bei diesem Motor verwenden, so müssen die Entlüftungsbohrungen im Wellenzapfen mit Aluminiumstopfen verschlossen werden oder sie sind schon verschlossen oder nicht vorhanden. Details der Lagerung und den Axialausgleich sehen Sie in der Skizze.

Regina 03 Umbau
Regina 03 "breit" mit zusätzlichem Lager im Primärdeckel

Rundgehäuse 02, 03, 06

Die erste Serie der Rundgehäusemotoren (also einige frühe Rund-Motoren) hatten noch keine Drehschieberentlüftung, sondern einen Haubenentlüfter. Bei diesen Motoren ist die Skizze der umgebauten 03 Motoren anzuwenden und auch das entsprechende Kettenrad auszuwählen. Details der Lagerung und des Axialausgleichs für spätere Rundmotore, siehe Skizze so wie HB 3/92 S.26 und vorlaufende Berichte.

Regina 06
Lagerung der Rundgehäusemotoren 02, 03 und 06
 
 
 
Testbild
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