Zylinderköpfe
Für die serienmäßig produzierten Reginas kann man grundsätzlich zwischen des Guß- und Alu-Zylinderköpfen unterscheiden. Weiters gibt es beide in Einport oder Doppelport Ausführung. Bei den Guß-Köpfen wird ein Steckvergaser verwendet, bei den Alu-Köpfen der Flanschvergaser. Da diese aber nicht mehr so einfach zu bekommen sind, werden auch oft Adapterflansche verwendet. Eine Übersicht bietet die folgende Tabelle.
| Modell | Material | Ausführung | Merkmal |
| SB35, Victoria, Regina 0 | Guß | Doppelport | 8 Kühlrippen |
| Regina 250 (S1M) | Guß | Einport rechts | |
| Regina Sport | Alu | Einport rechts | keine Rahmenstütze |
| Regina 01 | Guß | Doppelport | 9 Kühlrippen |
| Regina 03 | Alu | Doppelport | EV 42 mm, LK 96 mm |
| Regina 06 | Alu | Doppelport | EV 47 mm, LK 102 mm |
| Regina 250 (E1ME2-...) | Alu | Einport links | Bolzen über 3 Rippen eingeschraubt |
| Regina 02 (02140600) | Alu | Einport links | Bolzen über 5 Rippen eingeschraubt |
Gußköpfe
Die drei oben angeführten GußKöpfe werden folgend gezeigt. Die Kipphebelbrücke ist mitgegossen und nicht wie bei der späteren Version aufgeschraubt. Der Spielausgleich erfolgte mittels Federn, wobei allerdings eine fixe distanzierung zu bevorzugen ist. Das Maß von der Dichtälache zur unterkante des Dekompressorloches beträgt bei diesen Hauben 24 mm.
Gußkopfvarianten der Regina, v.l.n.r. Einport Regina 250 S1M, Doppelport mit 8 Kühlrippen (SB35, Victoria),
Doppelport mit 9 Kühlrippen (Regina 350)
Aluminium Zylinderköpfe
Die wohl gefragtesten Varianten sind hier wohl der 250er und jener der Regina Sport. Diese sind, abgesehen von der Seite des Auspuffstutzens und der Rahmenstütze ident.
Einport rechts der Regina Sport (modifiziert for 06er Zylinder) und Einport links der Regina 250
Einport rechts der Regina Sport (ohne Rahmenstütze) und Einport links der Regina 250
Abschließend noch einige Gedanken von Volker zum Thema Zylinderköpfe und Regina Sport:
Und jetzt noch einige Gedanken von mir zum Thema Regina Sport: Hugo Schmitz war ein erfolgreicher Werksfahrer und hat als Generalvertreter und lebender Werbeträger jegliche Unterstützung vom Werk erhalten. In der Hauspost Nr. 2 1953 wird Hugo Schmitz als Rennfahrer mit "sex-appeal" vorgestellt. Er hat später auch die 400er Motoren mit Einport links für Sportfahrer angeboten. Der frühere Besitzer meiner zweiten Regina, die ich 1985 zum Freundschaftspreis von ihm bekommen habe und mit der ich ihn heute noch ab und zu besuche, schwärmt immer von diesem 400er Sportmotor, den er sich damals nicht leisten konnte. Die Motorräder vom Generalvertreter Hugo Schmitz wurden als Horex neu zugelassen - warum bitte, sollen derartige Sportmotorräder und Zeitzeugnisse heute als "Trick" abgetan werden? Die damaligen Besitzer wie Torsten Stelters Vater, der seine Regina Sport in Hamburg gekauft hat, waren stolz, in den 50er Jahren so ein Motorrad fahren zu können. Diese Horexfahrer werden, wenn sie noch leben sollten, für die Diskussion, ob es ihre Regina - Sport überhaupt aus der Sicht von heutigen Horex-Kennern gegeben haben kann, kein Verständnis aufbringen. Für mich belegt die Werksmitteilung vom März 1955 zweifelsfrei, dass es eine 350er Regina Sport mit Einport links offiziell vom Werk gegeben hat - denn warum sonst sollte hierfür eine Teilenummer für den Schalldämpfer den Horexvertretern mitgeteilt werden. Und diese Teilenummer betrifft einen Sportschalldämpfer, der keiner anderen Regina zugeordnet werden kann und lautet 03 35 05 00 und nicht 02, wie Du in der Werksmitteilung gelesen haben will. Ein sehr schönes Foto von einer Horex Regina Sport mit Einport links hat das Horexwerk in der Hauspost Nr. 5 1953 abgedruckt und das Motorrad auch in der Bidbeschriftung als Regina Sport bezeichnet; es zeigt Otto Heisinger in voller Fahrt.
Der Hauptunterschied neben der Richtung ist die fehlende Aufnahme für die Rahmenstütze oberhalb des Stutzens beim Einport rechts. Das liegt daran, dass der Einport rechts schon 1951 entwickelt wurde und der Einport links erst zwei Jahre später dazu kam und man inzwischen gemerkt hatte, dass die Rahmenstütze eine Verbesserung darstellt. Dass Gussmodell für den Einport rechts wurde offenbar aber nicht mehr angepasst, weil ja inzwischen ohnehin die 400er auf dem Markt war. Es gab auch einen Alukopf in der Form des Gusskopfes mit dem Einport rechts. Davon hatte ich mal ein Exemplar, das ich an einen Sammler aus Recklinghausen verkauft habe. Ein weiteres Exemplar ist davon noch in Süddeutschland - allerdings schwarz lackiert, so dass man gar nicht erkennen kann, dass es aus Alu ist. Mein Exemplar war vom ehemaligen "HOREX-Papst" Peter Hartwig aus Bad Homburg, der unteranderm auch mal eine fahrbereite S 8 besessen hat. Peter hat mir zu dem Kopf erzählt, dass es 1951 nur wenige davon gab, weil der Eingeschraubte Eisenstutzen für den Vergaser sich nicht mit dem Alu vertragen habe, d.h. bei Erhitzung konnte sich der Stutzen lockern. Es soll auch einen Grauguss Einport links angeblich geben - mir sind aber nur Umbauten bekannt, bei denen der rechte Stutzen ganz einfach mit Kühlrippen zu gemacht worden ist. Die Gussform für den 400er und den 350er Alukopf ist die gleiche gewesen, hier wurde lediglich die weitere Bearbeitung nach der endgültigen Nutzung ausgerichtet.




